Dienstag, 02.03.2010
Das Wort „Usability“ ist zurzeit in aller Munde, zumindest bei den Programmierern, Designern, Informationsarchitekten und wohl auch den Textern - doch warum? Ist es der technische Fortschritt im Forschungsbereich oder ein notwendiges Übel, um die Kosten-Nutzen-Relation in Zeiten wirtschaftlicher Krisen zu optimieren? Die Konversionsrate ist ebenfalls ein sehr trendiger Begriff, der vor allem auf Kundenseite immer öfter ausgesprochen, niedergeschrieben, gemailt, getwittert oder sogar über Geotagging in irgendeiner der unzähligen Atlanten 2.0 wie maps-dot-google publiziert wird. Vielleicht hat Usability auch durch die Masse an Funktionalitäten, den sog. Web 2.0-, 3.0- oder 4.0-Technologien, ihre Bestimmung gefunden, denn es geht dabei ja um nichts anderes als die Benutzerfreundlichkeit - von was auch immer.
Früher war Benutzerfreundlichkeit ein Bauchgefühl, das mehr oder weniger durch den Verstand geleitet wurde - intuitive Erschaffung. Der Nutzer wird das schon genau so sehen wie ich, ist doch auch logisch! Aber jede Forschung findet ihren Anfang und was früher noch non-verbal in einem langen Prozedere abgefragt werden musste, übernimmt heute der Eyetracker in Kombination mit anderen Messverfahren wie Pupillometrie oder psychogalvanische Reaktion. Denn so schön und günstig die gute alte Befragung auch ist, gibt es dort die eine oder andere Problematik. Die größte ist wohl die Höflichkeit, denn die Wahrscheinlichkeit, dass jemand aus Höflichkeit lügt, um einer eventuellen Auseinandersetzung zu entgehen, ist relativ hoch. Hinzu kommt die Interpretation der Daten, die auf Grund der Semantik oft zu Ergebnissen führen, die eine Frage nur ungenügend oder gar nicht beantworten kann. Misst man hingegen die unverfälschte körperliche Reaktion, sind valide Daten und ein zielführendes Ergebnis um ein vielfaches Wahrscheinlicher.
In der Wirtschaft wird in der Regel untersucht, was die Konversionsrate steigern kann, eigentlich klar, denn Umsatzsteigerung ist nun mal das Ziel der Ziele. Die Konversionsrate beschreibt den prozentualen Anteil von Besuchern, die dann letztlich zu Käufern werden. Wenn ein Online-Shop also im Monat 100 Besucher hat und einer davon zum Käufer wird, liegt die Konversionsrate bei einem Prozent. Wenn man den Zahlen, die im WWW kursieren, Glauben schenken mag, dann ist wohl die durchschnittliche Konversionsrate von Online-Shops zwischen 1 und 3 Prozent - nicht wirklich viel. Diese Zahlen hängen natürlich auch vom Involvement-Grad des Produktes / der Dienstleistung ab. Ein Low-Involvement-Produkt wie Butter kaufen wir eben ohne lange nachzudenken, wohingegen der nächste Autokauf (High-Involvement-Produkt) schon relativ lange entschieden werden muss. Supermärkte haben also wahrscheinlich eine höhere Konversionsrate als Autohändler.
Bevor ich mich nun „Bachelor of Arts in Communication Management“ nennen darf, muss ich in meiner Thesis zeigen, was ich in den vergangenen fünf Semestern gelernt habe. Das Thema steht schon länger, aber nun ist es offiziell beim Prüfungsamt eingegangen. In diesem 60-Seiter werde ich das Thema Usability auf multimediale Gestaltungselemente wie Bildergalerien, 3D-Previews, Flash-Filme oder Produktvideos in Online-Shops anwenden, um herauszufinden inwiefern sich dies auf das Kaufverhalten auswirkt. Eine Analyse vom Kaufverhalten ohne Psychologie, bzw. in diesem Fall Medienpsychologie ist unmöglich, weshalb diese Komponente mit einfließt. Das Thema lautet offiziell „Idealtypischer Einsatz von multimedialen Gestaltungselementen in Online-Shops auf Basis medienpsychologischer Erkenntnisse“.
Das Vorgehen ist relativ schnell erklärt, birgt aber viel Arbeit, denn zunächst werden ca. 900 deutschsprachige Online-Shops per Inhaltsanalyse untersucht, um das oder mehrere idealtypische Raster von Online-Shops herauszufinden. Diese idealtypischen Raster - ich gehe von 2 - 3 aus - werden dann mittels Eyetracking und Interview in einem spezifischen Untersuchungsdesign genauer analysiert, um am Ende sozusagen einen „Endsieger“ festzustellen. Dies kann nur auf Grund medienpsychologischer Erkenntnisse und qualitativer Messdaten geschehen. Diese Empfehlung für einen Aufbau, bzw. die Platzierung von multimedialen Gestaltungselementen in Online-Shops wird durch die qualitative Studie damit einzigartig. Hoffentlich geht mein Plan auf.
Bernado
Mittwoch, 03.02.2010
Die neue Seite spricht gezielt deutsche Poken-Fans wie auch neue Poken-Anwender an. Die Stärken des Buisness-Poken stehen dabei im Mittelpunkt, da dieser unzählige Möglichkeiten für den Einsatz auf Events bietet, die immer stärker nachgefragt werden. Die deutsche Poken-Seite geht dabei auf nationale Ansprüche ein, erklärt Service-Angebote des Poken-Teams und transportiert dennoch das typische Poken-Feeling.
Donnerstag, 14.01.2010
Der Krimi-Schriftsteller aus Düsseldorf steht mit seinem Roman "Sprengstoff" auf der Shortlist.
Horst Eckert fühlt sich geehrt, immerhin gilt der Glauer-Preis als der "Oskar" der deutschsprachigen Krimibranche. Für die Jury zählt sein in 2009 erschienener Roman "Sprechstoff" zu den "Besten 14". ausgewählt wurden diese aus immerhin 288 Neuerscheinungen des vergangenen Jahres. Bis bekannt wird, wer den Glauser 2010 bekommt, dauert es aber noch ein wenig: Anfang März werden die "besten 5"benannt, die Preisverleihung erfolgt dann während der "Criminale", (8.-12. September in der Eifel).
Dabei ist Horst Eckert, der mit einer Kurzgeschichte im "Flufunk" (Heft 2) vertreten war, kein Glauser-Neuling: 2001 gab es den "Krimi-Oscar" bereits für "Die Zwillingsfalle". Einen zweifachen Preisträger in der Roman-Sparte gab es in der Geschichte des Preises noch nie - also: Daumen drücken!
Wer den preiswürdigen Autor einmal live erleben will, kann das direkt heute Abend tun. Um 20.15 Uhr tritt er - als Bestandteil des "Kriminalkomittees" (www.kriminalkomitee.de) – in Manes Meckenstocks "Haus der Freude" auf. Sieben Autoren lesen aus sieben Romanen, gemeinsam, mit verteilten Rollen...
Freitag, 11.12.2009
Von der vergessenen Existenz zum Superstar des Frischefachs: Der Milfina-Quark (40% Fett) begeistert das Team mit seiner Ausdauer.

Zugegeben: Zuerst haben wir ihn gekauft, dann ist er irgendwie in die hinterste und dunkelste Ecke des Kühlschranks gewandert. Als wir unseren Milfina-Quark dann wiedersahen, waren schon ein paar Monate vergangen. Genauer - das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) vom 11. Dezember 2008 – war längst abgelaufen. Wir haben uns geschämt, so geht man schließlich nicht mit Lebensmitteln um! Also wollten wir dem Milchprodukt noch eine Chance geben: Schafft der Quark noch ein Jahr in unserem Kühlschrank – ohne vorher zu explodieren? Dann wollten wir ihn redlich belohnen.
Okay, unser Super-Quark hat es geschafft und feiert heute seinen einjährigen MHD-Ablauf!

Und wir haben wieder ein Problem: Wie feiern wir das? Schmeißen wir den Quark jetzt endlich weg? Wäre das ungerecht? Darf man das überhaupt? (wegen möglicher Kontaminierungs-Gefahr?)
Mal sehen, was der Quark dazu sagt...
Freitag, 04.12.2009
Jede Jahresschau in der Alten Post steht unter einem besonderen Motto. Drehte es sich in 2008 um die ein wenig vernachlässigten Beiträge der grafisch orientieren Kunst, sollten diesmal alle Künstler einfach mal so richtig aus den Vollen schöpfen. Der Aufruf scheint gefruchtet zu haben, die Initiatoren versprechen jedenfalls Großes: "Ob im Block, als mehrteilige Installation oder als Großformat – Die Ausstellung kommt einer barocken Wunderkammer gleich." Na denn!
Die Eröffnung findet am Nikolaustag um 11.30 Uhr statt. Zu sehen ist "Mehr, mehr!"
Kulturforum Alte Post
Neustraße 2
41460 Neuss
bis 10.01.2010
geöffnet Mo-Fr., 16-19 Uhr, Sa., 15-18 Uhr, So., 12-18 Uhr
geschlossen 24.-26.12.09 und 31.12.09-01.01.10
http://www.altepost.de/ausstellungen/15
Dienstag, 01.12.2009
Dieser Adventskalender bringt sich entspannt durch die Vorweihnachts-Zeit: nicht mit einfacher Schokolade - das kann ja jeder - sondern mit echt feinen Inhalten....
Wir haben unsere Mitarbeiter, Autoren, Freelancer und Fotografen gebeten, uns ihre liebsten Weihnachtstexte und Lieder zu nennen, uns winterliche Gedichte zu schreiben oder Fotografien zu übersenden. Die Resonanz war groß, das Ergbenis kann sich sehen lassen: Flurfunk 7 ist diesmal zum gigantischen Adventskalender geworden - jeden Tag darf hier ein Türchen aufgemacht werden. Das komplette Heft gibt es dann ab dem 24. Dezember zum Runterladen.
Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und Gucken - und einen schönen Dezember!
Tag 1:

Freitag, 16.10.2009
Es ist Düsseldorfs kleinster Ausstellungsraum für zeitgenössische Fotografie. In wenigen Tagen startet eine Wahnsinns-Aktion: eine Gruppenausstellung. Treffender Titel: VIEL

Georg Parthen zeigt ab 23.10.- bis zum 25.11.:
Sabrina Jung, Peter Wildanger, Rivkah Young, Almut von Pusch,
Frederic Lezmi, Tobias Vollmer, Andi Zimmermann, Patricia Neligan,
Ralf Grossek, Colin Penno, Ute Klein, Sophia Simons, David Ertl,
Anne Lass, Joachim Weischer, Annette Jonak, Bernd Kleinheisterkamp,
Agata Madejska, Patrick Presch, Jan Faßbender, Heiko Rintelen,
Nicolas Wollnik
Mehr haben wir dem nicht zuzufügen.
Samstag, 22.08.2009
Schon wieder Manuel Schroeder: Der Fotograf ist wirklich sehr gefragt in diesem Jahr! Ab 26. August 2009 sind seine Arbeiten im Kaiser Wilhelm Museum in Krefeld zu sehen.
Da haben wir aber Glück gehabt, dass Manuel mit uns in diesem Jahr noch die Bilder für Imagebroschüre machen konnte: Diesmal ist es das Kaiser Wilhelm Museum in Krefeld, das seine Arbeiten ausstellt. Im Rahmen von „QUER GESCHNITTEN!
KUNST AUS KREFELD HEUTE“ präsentiert das Haus verschiedene Fotoarbeiten von Manuel und seine Installation i was here.

(Bild: Projekt "Raumordnung", Titel "Le moment supreme", Ed. 0616, Jahr 2009)
Quer geschnitten! - was ist noch zu sehen?
Die facettenreiche Auswahl umfasst Arbeiten der Gattungen Malerei, Skulptur, Fotografie und Video. Neben alten Bekannten der Krefelder Kunstszene wie Barbara Adamek, K.A. Janßen und Ludwig Wertenbruch, werden auch jüngere, noch weniger bekannte Künstler vorgestellt, beispielsweise Catherine Birner, Ivo Lucas und Dirk Rose.
Es werden viele neue Werke gezeigt, von denen einige sogar konkret für Quer geschnitten! entwickelt wurden. Das gilt zum Beispiel für eine filmische Arbeit der Künstlergruppe Sputnic, die spielerisch, provokativ und ironisch den Umgang mit Baudenkmälern wie dem Kaiser Wilhelm Museum thematisiert.
Die malerischen Positionen werden u.a. vertreten durch Brigitte Baldauf, Ilka Habrich und Hiltrud Lewe, deren Arbeiten sich – jeweils auf sehr unterschiedliche Weise – mit der Transparenz von Oberflächen beschäftigen. Die Gemälde Frank Jacob Essers, in denen sich vor silbrig schimmernden Hintergründen seltsam gebrochene Märchenszenen entfalten, bestechen durch ihren narrativen Charakter.
Justyna Tuhas Installation aus Europaletten und Monotypien entzieht sich einer eindeutigen Gattungszuordnung, da ihre spezifische Wirkung aus dem Zusammenspiel der großformatigen Drucke und der Art ihrer Hängung entsteht. Erst in der räumlichen Struktur entwickelt das Werk seine assoziativ-erzählerische Kraft.
Die Skulpturen Klaus Kubiks entstehen aus der Hinterfragung der Dichotomie von Natur und Technik. Die surrealistisch anmutenden, zum Teil kinetischen Objekte bilden einen vielschichtigen Kontrast zu den großen, gradlinigen Arbeiten Catherine Birners im benachbarten Ausstellungsraum. Mit skulpturaler Dimension und potenzialen Bewegungsmomenten beschäftigt sich die Bildhauerin Valerie Krause, die kürzlich mit dem Audi Art Award for New Talents ausgezeichnet wurde.
Eine weitere Aufsehen erregende, junge Position bildet das Werk von Ivo Lucas. In dessen mit Modellbau- und Spielzeugfiguren bestückten Schaukästen werden menschliche Grausamkeiten und die Angst vor der Selbstvernichtung thematisiert.
Weitere Facetten gewinnt das Medium der Fotografie durch Arbeiten von Philip Lethen und Dirk Rose. Lethens Portrait einer leerstehenden Gründerzeitvilla hat einen eher dokumentarischen Charakter. Roses Serie Vice zeigt sich deutlich konzeptueller: Er hat sich selbst im Setting anderer Fotografen als sogenanntes Lichtdouble, als Platzhalter aufnehmen lassen und demonstriert dem Besucher die Austauschbarkeit des Individuums im Kontext des Mediums.
Der vielseitig tätige Autor und Performance-Künstler Matthias Schamp zeigt Videos und Relikte seiner Aktionen: So trat „Der Schamp“ – wie er sich selbst nennt – in Bochum als überdimensioniertes Durchfahrt-Verboten-Schild, in Wolhusen (CH) als Markise und zuletzt in Linz als Dampfschiffschornstein in Erscheinung.
Das umfangreiche Begleitprogramm zur Ausstellung umfasst Künstlergespräche, regelmäßige Führungen und altersgruppen-spezifische Programme für Kinder und Jugendliche sowie ein erweitertes Führungsprogramm am KIK-Sonntag (Kunst in Krefeld, 13.09.). Am 3. Oktober 2009 wird im Kaiser Wilhelm Museum gefeiert: Ab 21 Uhr gestalten Nils Voges und Malte Jehmlich von Sputnic anlässlich der Künstlerparty den Abend mit abwechslungsreichem DJing und VJing.
Künstlergespräche im Kaiser Wilhelm Museum:
04.09. K.A. Janßen, Valerie Krause, Klaus Kubik
25.09. Brigitte Baldauf, Frank Jakob Esser, Ludwig Wertenbruch
03.10. Ivo Lukas, Sputnic
06.11. Ilka Habrich, Philip Lethen, Manuel Schroeder
20.11. Dirk Rose, Matthias Schamp, Justyna Tuha
04.12. Barbara Adamek, Catherine Birner, Hiltrud Lewe
Teilnehmende Künstler: Barbara Adamek, Brigitte Baldauf, Catherine Birner, Frank Jacob Esser, Ilka Habrich, K.A. Janßen, Valerie Krause, Klaus Kubik, Philip Lethen, Hiltrud Lewe, Ivo Lucas, Dirk Rose, Matthias Schamp, Manuel Schroeder, Sputnic: Malte Jehmlich, Nicolai Skopalik und Nils Voges, Justyna Tuha, Ludwig Wertenbruch
“Quer geschnitten! - Kunst aus Krefeld
heute” 17 ausgewählte Künstler zeigen in jeweils eigenen Räumlichkeiten ihr großes Spektrum an hochwertigen Arbeiten.
Kaiser Wilhelm Museum
Karlsplatz 35, Krefeld
Ausstellungszeitraum:
29. August bis 30. Dezember 2009
Donnerstag, 06.08.2009
Wahlkampf und Medienwandel - große Themen haben die Redaktion des jüngsten Flurfunks beschäftigt. Das Ergebnis ist alles andere als schwergängig - oder was meinen Sie?
Blogger und Redakteure, Kulturkritiker und großen Journalisten – die jüngsten Entwicklungen der Kommunikation bewegen alle. Während die einen noch Schmähschriften gegen den Microblogging-Dienst Twitter verfassen und sich um ihre ach so bequeme alte Schreibwelt sorgen, haben sich andere längst auf die Zukunft eingestellt. Warum auch nicht? Selbst Deutschlands oberster Sprachkritiker Wolf Schneider hat längst seinen regelmäßigen Blog – in der Süddeutschen Zeitung. Das Technische überlässt er zwar anderen, aber man muss ja nicht alles können.
Gespannt blicken wir natürlich auch auf die Bundestagswahl 09 - damit keiner lange in der Warteschlange vor dem Wahlbüro stehen muss, haben wir einfach schon mal den Stimmzettel-to-go beigefügt. Viel Spaß beim Wahlgang!
Sonntag, 02.08.2009
Das Wetter war netterweise wirklich sommerlich, die Gäste begeistert. Bei angenehmen Temperaturen drängten sich am 31. Juli 2009 rund 80 Interessierte auf den Bänken vor dem Gebäude 7, neugierig, was Autorin Svealena Kutschke aus Berlin in "Etwas Kleines gut versiegeln" zu erzählen hat. Den Inhalt hat der „Prinz“ in seinem Tagestipp eigentlich ganz gut zusammengefasst: „Die 26-jährige Lisa flüchtet aus ihrem bisherigen Leben und reist zum Ex-Freund ihres schwulen Bruders nach Australien. Hier vertreibt sie sich die Zeit mit Joints und Nachdenken.“
Tja, und was der Zufall mit dem, was Lisa denkt, zu tun hat und warum Autorin Kutschke überhaupt ein Buch geschrieben hat, nachdem sie vorher getöpfert und fotografiert hat, erzählte sie Maren Jungclaus vom Literaturbüro, die durch den Abend führte. Zwischendurch und später gab es natürlich beste Musik von DoppelMono.
Wir waren selbst überrascht, wie gut sich unsere „Terrasse“ für eine derartige Veranstaltung eignet. Eine Wiederholung ist somit sicher.
Die schönsten Bilder des Abends.
Wer nicht kommen konnte, hier Auszug aus „Etwas Kleines gut versiegeln“.
Weitere Lesungen im Rahmen des Literatursommers gibt es auch noch.
Wer mehr zu DoppelMono wissen möchte.
Freitag, 26.06.2009
Andi Zimmermann baut für seine großformatigen Fotografien zunächst Vorlagen aus Lego-Steinen.
Andi Zimmermanns faszinierende Übersichten sind Konstruktionen im doppelten Sinne. Für seine großformatigen Fotografien baut der Düsseldorfer zunächst Vorlagen aus Lego-Steinen. Dabei verändert und fotografiert der Künstler Position und Aufbau der Konstruktionen mehrmals, so dass eine Reihe von Einzelbildern entsteht. Im zweiten Konstruktionsschritt fügt Zimmermann diese am Computer zusammen.
Es entstehen Bilder, die entfernt an Stadtlandschaften erinnern, den Betrachter aber auf die Frage zurückwerfen, was er eigentlich betrachtet. Einerseits bleiben die Lego-Steine als Grundelemente der Bilder erkennbar - zugleich übersteigen die aufwendigen Konstruktionen die spielerischen Möglichkeiten eines Kindes, so dass das System Lego in den Hintergrund tritt. Zimmermanns Fotografien der verschachtelten und großflächigen Lego-Konstruktionen werden zu einer Art Suchbild, in denen der Betrachter wiederkehrende Formen und Muster im System der Steine zu erkennen glaubt, gleichzeitig durch die Räumlichkeit der Bauten einen anderen Bildeindruck bekommt - wie etwa bei einer optischen Täuschung.

In der Bauphase definiert Andi Zimmermann eigene Regeln, die das ästhetische Konzept vorgeben und deren wiederholte Anwendung die Struktur seiner Bilder bestimmen. Zugleich folgt er dem „Prinzip der größtmöglichen Wahlfreiheit innerhalb eines zuvor festgelegten Regelwerks“, da - wie in der Architektur - trotz aller Vorgaben Raum für Kreativität, Improvisation und spielerische Elemente bleibt. Darauf verweist auch der Titel spontaneous random, den der Künstler seiner Bildserie gegeben hat. Zimmermanns Bildwelt beleuchtet Fragen nach der Verbindung zwischen Spiel, Regelsystem und Konstruktion. Sie ist bis zum 9. September in der Galerie Mikro zu erleben.
Der Künstler
Andi Zimmermann wurde 1975 in Düsseldorf geboren. Er studierte an der Folkwang-Schule in Essen Fotografie bei den Künstlern Bernhard Prinz und Gisela Bullacher, wo er 2008 sein Diplom erhielt. Seine Bilder wurden bereits vielfach ausgestellt und publiziert, zuletzt im Buch „Beyond Architecture: Imaginative Buildings and Fictional Cities“, das im Gestalten Verlag erschienen ist. Andi Zimmermann lebt in Düsseldorf.
Galerie Mikro
Die Galerie Mikro ist ein Ausstellungsraum für zeitgenössische Fotografie. Seit Januar 2006 werden hier die Arbeiten junger Künstler gezeigt. Als kleinster Ausstellungsraum Düsseldorfs ist die Galerie Mikro von außen komplett einsehbar; alle Arbeiten können daher ganztägig besichtigt werden. Geöffnet ist jeweils zu Ausstellungseröffnungen und auf Anfrage.
Freitag, 26.06.2009
Seit mehreren Monaten hatten wir die Gelegenheit, die PersonalNews aus der Schweiz zu testen. Am 30. Juni ist nun erstmal Schluss.
Täglich frisch per Mail ins Postfach - so kennen und schätzen wir die PersonalNews aus der Schweiz. KuhrtKom hat das Ganze ausgiebig getestet, wie an früherer Stelle bereits hier, hier, hier und hier zu lesen war. Nun wollen die Eidgenossen erst einmal Pause machen mit ihrer Future-Zeitung. Eine Umfrage soll zeigen, ob das Angebot weitergeführt wird, eine Markteinführung auf 2010 wird "vertieft" geprüft.
Also, wenn die schweizerischen Konzeptioner mich fragen: Ich finde die Idee von PersonalNews gut, die Umsetzung lief auch einwandfrei. Langweilig waren sehr oft allerdings die Zeitungen. Lustlos scrollte man sich schnell durch die gelieferten Seiten. Allzu oft habe ich das pdf bald wieder geschlossen und in den Papierkorb geschmissen. Also: Schlechte Noten für die teilnehmenden Zeitungsredaktionen in diesem großen schweizerischen Copy-Test. Die Zukunfts-Zeitung zeigt aber auch hier ihren Vorteil: So volle der Papierkorb auf war, zumindest der später rauszutragende Papiermüll hielt sich in Grenzen...
Wie soll es nun weiter gehen, ohne die PersonalNews? Vielleicht schafft es ja Mgzin endlich, seine 1000 Interessenten zusammen zu bekommen....
Montag, 22.06.2009
Es ist das Debüt des Sommers: Am Freitag, 31. Juli 2009, 20 Uhr, liest Svealena Kutschke aus ihrem Roman "Etwas Kleines gut versiegeln".
Kuhrt Kommunikation freut sich, zu diesem Abend auf das Gelände der Böhler Stahlwerke einzuladen. Die Lesung findet im Rahmen des Literatur-Sommers des Literaturbüros NRW statt – passend zur Jahreszeit natürlich unter freiem Himmel. Nur wenn es regnet, gehen wir rein.
Für entspannte Stimmung sorgt ein DJ-Set mit Doppel-Mono (Düsseldorf/Köln).

Etwas Kleines gut versiegeln....
Erzählt wird die Geschichte von Lisa, die mit 26 Jahren ihr Fotografiestudium hinschmeißt und zum Ex-Freund ihres schwulen Bruders nach Australien flüchtet. Dort arbeitet sie in einem Café und füllt die Leere ihres Lebens vorwiegend mit dem Rauchen von Joints und dem Nachgrübeln über die eigene Existenz aus. Als Berater steht ihr Sudden Smith zur Seite, eine nie um Kommentare verlegene Holzfigur, und das Künstlerduo Fischli & Weiss mit Fragen zu jeder Lebenslage. Als Lisa Fotos von sich selbst findet an Orten, wo sie nie gewesen ist und auch andere Gewissheiten ins Wanken geraten, heißt die richtige Frage: Sind die Ränder der Wirklichkeit diffus? Ein sprachgewaltiges Buch mit Wortwitz, absurden Vergleichen und unerwarteten Wendungen.
Das Programmheft zum Literarischen Sommer gibt es hier als PDF.
Montag, 22.06.2009
Der Peter Hans Hofschneider Recherchepreis für Wissenschafts- und Medizinjournalismus geht in diesem Jahr an die Medizinjournalistin Nicola Kuhrt. Der Preis wurde auf der Jahrestagung des netzwerk recherche überreicht.
Nicola Kuhrt erhält den Preis für ihren Artikel "Der Pharmamarkt? Ein Bazar!" in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) sowie für eine neue Rechercheskizze zum Thema "Pillen um jeden Preis". Im Mittelpunkt stehen dabei die aktuellen Entwicklungen des Pharma-Markts - angestoßen etwa durch die Rabattverträge zwischen Pharmafirmen und Krankenkassen.
In dieser Woche hat auch die erneute Ausschreibung des Preises begonnen. Eingereicht werden können Arbeiten, die im Jahr 2008 oder 2009 in einem deutschsprachigen Medium in der Schweiz, in Österreich oder in Deutschland veröffentlich wurden. Der Preis wird in Form eines zweckgebundenen Recherchestipendiums (Honorar sowie Reise- und Sachkosten) vergeben. Eine entsprechende Rechercheskizze ist daher Bestandteil der Bewerbung. Die Frist zur Einreichung der Bewerbung endet am 30. Oktober 2009 (Datum des Poststempels).
http://idw-online.de/pages/de/news319815
Montag, 15.06.2009
Das Seewerk zeigt bis 15. September eine Ausstellung mit Arbeiten von Christian Megert und seinen ehemaligen Meisterschülern.
Diese Austellung knüpft an die Tradition der vergangenen Jahre an, in denen bereits die Klassen von Prof. Karin Rissa, Prof. Irmin Kamp und Prof. Jörg Immendorff zu Gast im SEEWERK gewesen sind. Bei der Präsentation der Megert Schüler handelt es sich allerdings nicht wie bisher um eine Klassenausstellung von Studenten, sondern hier werden ausgewählte Meisterschüler aus verschiedenen Jahrgängen, die mittlerweile bereits auf internationaler Ebene erfolgreich tätig sind, zu sehen sein.

Gefäße von Gunnar Krabbe
Prof. Christian Megert wird persönlich teilnehmen und eine noch nie realisierte Großplastik zeigen. Die meisten Arbeiten der ausstellenden Künstler wurden speziell für diese Ausstellung im SEEWERK entwickelt und größtenteils auf dem Seewerksgelände gefertigt.
Die Großplastiken greifen die Gegebenheiten der Gebäude und des Geländes auf und erzeugen so ein besonderes Spannungsverhältnis.
Mit dabei sind:
Markus Ambach · Liz Bachhuber · Nathalie Bertrams · Isabelle Borges · Ralf Brög ·Martin Bucher · Andreas Dettloff · Frederike Dieckmann · Rainer Eisch · Hanswalter Graf ·Edgar Guzmanruiz · Barbara Hoheisel · Sandra Hoitz · Joung-en Huh · Ahmed Ibrahim ·Bruno Jakob · Birgit Jensen · Young Mo Koo · Gunnar Krabbe · Uwe Kubiak ·Kumiko Kurachi · Wasa Marjanov · Keisuke Matsuura · Christian Megert · Masaki Nakao ·Holger Nickisch · Hannes Norberg · Mikyung Pae · Daniel Poensgen · Irina Polin ·Lorenzo Pompa · Aurore Reinicke · Kai Rheineck · Christoph Rihs · Petra Rinck ·Juna Ryang · Gudrun Salz · Susanne Schär & Peter Spillmann · Martin Schilken ·Sandro Steudler · Katharina Struber · Teresiña Talarico · Natsuko Tamba Wyder ·Jewgenia Tschuikowa · Maki Umehara · Michael Westendorff
www.positionen09.de und www.das-seewerk.de
Dienstag, 09.06.2009
Vor Monaten präsentierten Raban Ruddigkeit und Jan Peter die Idee ihrer neuen Zeitschrift. Wir finden das Projekt spannend, warten allerdings immer noch auf Antworten.
Es ist eigentlich klasse, was der Berliner Designer Raban Ruddigkeit und der Regisseur Jan Peter da vorhaben. Sie wollen, "obwohl es schon jetzt jede Menge hervorragender Artikel, Analysen, Reportagen und Essays in all diesen Printmedien gibt", ein neues Magazin auf den Markt bringen. Und weil die Idee so gut ist und es "die besten Texte versammeln, sich gegenseitig ergänzen und Ihnen damit kostbare Zeit sparen" soll, sprechen die Chefdenker vom "Magazin der Magazine" – und nennen es "Mgzn".

Funktionieren soll es so: Aus mehr als 50 deutschsprachigen Wochenzeitungen, Zeitschriften, Monatsheften und Magazinen sollen die besten Texte präsentiert werden, ein Beirat renommierter Journalisten wird diese herausfiltern. Ruddigkeit und Team wollen diese Texte dann "neu arrangieren, in überraschende Zusammenhänge stellen und – ganz besonders gestalten." Geplant ist ein exklusives Format auf hochwertigem Papier, Illustration.
Kosten soll das Ganze 19,80 Euro, wenn 1.000 Bestellungen eingegangen sind, wird das Projekt gestartet.
Im März guckte ich das erste Mal auf mgzin.de – seitdem sind scheinbar noch keine 1.000 Bestellungen eingegangen, denn der Stand ist unverändert. Im Blog wird locker diskutiert, aber kaum über Fragen, die ich habe. Etwa "Wie soll das aus rechtlicher Sicht funktionieren?", "Wer sitzt in dem renommierten Journalisten-Beirat?" und vor allem "Bekommen die Autoren von euch dann auch ein Honorar?"
Ich schickte Herrn Ruddigkeit also eine Mail. Eine Antwort bekam ich nicht. Also schrieb ich noch eine Mail.
Ok, es kam wieder keine Antwort. Also habe ich einfach mal ein bisschen gewartet und heute im mgzin-Blog gestöbert. Hier schreibt Ruddigkeit nun:
"Wir sehen uns nicht als kommerzielle Konkurrenz zu Verlagen, sondern als ein hochwertiges Produkt, um Print für VERLAGE und AUTOREN zu feiern." Aha!?
Bei der ganzen Feierei bleibt dennoch weiter die Frage: Wer bezahlt die Autoren?
Hierzu findet sich eine Antwort im v.i.s.d.p.-interview mit Jan Peter: "Das ist je nach Autorenvertrag unterschiedlich – uns wäre es am liebsten, ein Honorar an die Autoren zu zahlen. Wo immer das geht, werden wir das auch machen."
Dann bleibt nur zu hoffen, dass das immer geht. Ansonsten wäre das "Mgzn" keine wirkliche Verbesserung. Schlecht bezahlt sind die meisten freien Journalisten nämlich schon an vielen anderen Stellen.
Freitag, 24.04.2009
Zwischen Überwachungsskandalen, Harz IV, Abwrackprämien und dem eigenen Tretgrün: Fotograf Manuel Schröder lädt zur Ausstellung aktueller Werke zur deutschen Befindlichkeit.
Im Kölner Maternushaus sind Bildszenen aus Schröders Projekten „Deutsche Botschaft/Raumordnung“ zu sehen. Er selbst beschreibt das so: "Ein Land, in dem es nie eine Revolution geben wird, weil man dazu den Rasen betreten müsste, hat Josef Stalin einmal gesagt. Sein tiefgreifendes Wissen über dieses Land scheint sich zu bestätigen, denn der Rasen ist dem Deutschen sehr wichtig, sowohl vor der eigenen Haustüre, als auch um sein wirklichen Idole zu präsentieren. Die von globalisierten Unternehmen gelenkten Regierungen dieses Landes haben in ihrer Einfältigkeit und den vorrangigen Bemühungen um Machtausbau und -erhalt letztendlich auf das Allheil- und Volksbetäubungsmittel „Brot und Spiele“ gesetzt – und scheinbar den Hauptgewinn gezogen." Eine spannende Auseinandersetzung mit Fragen menschlicher Projektion und Emotion in individuell erfassten Situationen ist zu erwarten. Die Bilder sind prinzipiell nicht inszeniert und stellen den sozialen und architektonischen Kontext in Bezug zu künstlerischer Wahrnehmung des jeweils komplexen Augenblickes.
“Deutsche Botschaft/Raumordnung”
Fotografische Werke von Manuel Schroeder
Vernissage am 04.05.2009 um 19 Uhr
Ausstellungsort: Maternushaus, Kardinal-Frings-Str. 1 50667 Köln
Ausstellungsdauer: 04.05.–14.06.2009 (ganztägig geöffnet)
gefördert durch: (KUK) Künstler Union Köln
Freitag, 03.04.2009
Spannende Ausgabe heute: Die Zeitung der Zukunft gefällt mit interessanten Geschichten. Zum Lesen bleibt dennoch keine Zeit.
Heute habe ich einen guten Tag erwischt: Die Berliner Zeitung berichtet vom Marsfahrt-Test aus Moskau und trainiert mit den Männern des GSG 9, die Washington Post schreibt über Webphotos, Proteste in Paris und die Klimapolitik der USA. Alles spannende Themen, aber - gleiches Spiel wie gestern: Ich scrolle durch die Webzeitung, überlege, welchen Artikel ich zuerst lese - und schon ertönt das "Sie-haben-Post"-Signal. Ich warte auf eine Mail, also gucke ich schnell in den Posteingang. Die Mail ist da, ich beginne mit der Arbeit. Die Zeitung - vergessen. Eine halbe Stunde später fällt es mir wieder ein - doch nun habe ich erst Recht keine Zeit mehr.
Wie es wohl den anderen Zeitungstestern ergeht? Werden auch sie im Lesefluss gestört, weil sie an ihren Rechnern sitzen, verbunden mit dem Netz voller "Unterhaltungen", die ständig unsere Aufmerksamkeit verlangen? Oder ist es nur eine Frage der Disziplin, auch am Rechner seine Morgenzeitung zu lesen?
Bald werde ich wissen, wie es den anderen 1.200 Testlesern ergangen ist. Die Schweizer Post hat, wie sie in einer freundlichen Mail mitteilt, nun mit der nächsten Phase begonnen: Die Evaluierung beginnt:
"Sie werden in den nächsten zwei Wochen informiert, wie Sie weiterhin vom Angebot profitieren können. Bis dahin werden Sie «PersonalNews» in elektronischer Form weiterhin kostenlos erhalten."
Na prima. Bis dahin trainiere ich mal fröhlich weiter.
Mittwoch, 01.04.2009
Das klappt schon besser: Die Mischung meiner Zeitung stimmt, komisch ist es irgendwie trotzdem.
Nach dem sehr lokalen Start meiner Test-Zeitung der Schweizerischen Post kommt das neuste Exemplar nun mit meiner geänderten Zusammenstellung ins Haus. Ein bisschen Panorama und Wissen von der Berliner Zeitung, ein bisschen Internationales von der Washington Post. In Berlin geht es um neue Stents und um die alljährliche Feldhasen-Statistik. In Washington um Mord, Tod und Sühne. Mmmh. Langweilig.

Wirklich gelesen habe ich nicht einen Artikel, bin einfach nur durchgescrollt. Irgendwie fehlte mir auch die Zeit, schon landeten die nächsten Mails im Eingang. Also mal eben sehen, was da für Post gekommen ist...und schon war die PersonalNews aus meinem Blick verschwunden. Sagt das was über die Bedeutung?
Mal sehen, vielleicht lag es ja echt nur an den Themen des Tages. Morgen kommt ja das nächste Exemplar. Ich teste weiter.
Montag, 30.03.2009
Fragen über Fragen: Das lieben Suchmaschinen, denn sie sind zum Finden da. Manche sind fleißiger als andere, manche liefern weniger, aber wertvollere Ergebnisse.
Die Anzahl an Suchmaschinen im Internet World Wide Web ist unbekannt und vielleicht auch nur mit unendlich viel Zeit zu benennen. Aber die Nr. 1 ist Google, doch wird sie es bleiben? Schon oft wurden „Google-Killer“ angekündigt, so wie Cuil im vergangenen Jahr. Vergeblich. Was muss passieren, damit Google ernstzunehmende Konkurrenz bekommt?
Der Erfinder von „Mathematica“, dem Programm für alle, die ernsthaft mit Mathematik und Physik zu tun haben, Stephen Wolfram, hat sich der Herausforderung angenommen. Seit 10 Jahren arbeitet er mit rund 100 Mitarbeitern an der Suchmaschine auf wirklich gestellte Fragen. Ziel ist es, nicht nur ein paar Links auszuspucken, unter denen die Antwort vielleicht zu finden sein könnte, sondern eine konkrete, ausführliche und vor allem wissenschaftlich fundierte Antwort.
Dafür haben die Mitarbeiter ohne Ende Quellen verifiziert, auf die sich die Antwortmaschine „Wolfram Alpha“ bezieht. Es handelt sich nicht um eine Such- bzw. Findmaschine, sondern um eine Antwortmaschine. Das ist vielleicht die erste Maschine, die auf individuelle Fragen konkret antworten kann.
Allerdings hat Google dann immer noch eine klare Berechtigung, denn nicht alle suchen nach einer Antwort auf eine konkrete Frage, sondern nach Seiten, Dateien oder was auch immer. Ab Mai soll Wolfram Alpha dann endlich veröffentlicht werden, wer aber vorher schon mal versuchen möchte, einen Blick auf die neue Mega-Machine zu werfen, kann sich auf www.wolframalpha.de für die „Beta“ anmelden.
Gespannt bin ich auf die Frage nach dem Sinn des Lebens...
Donnerstag, 26.03.2009
Uups - irgendwie die falsche Zusammenstellung erwischt. Die Zeitung der Zukunft kommt, mit News aus dem Schrebergarten.
Pünktlich zum Arbeitsbeginn liegt die erste Mail der schweizerischen Post im Mail-Eingang. Ordentliche Begrüßung, dann eine Seite "Die Welt" (mit Wetter, natürlich schlecht) und dann - Neues vom "Zofinger Tagblatt", direkt aus der Sektion "Region". Nach dem ersten Schrecken - da habe ich mich wohl beim Auswählen der verfügbaren Titel vertan, ich wollte doch die Washington Post – gleich die nächste Frage: Wo ist Zofingen?

Der Blick in die regionalen Seiten hilft nicht weiter. Ich erfahre, dass 70 Pächter am Eisengrubenweg ihre Kündigung erhalten haben - rühriges Foto, echt ein Skandal! Spannend geht es weiter, Seite 41, in Rothrist (wo ist das nun wieder?) wurde ein neuer Lidl-Markt eröffnet: Eine Rose für die ersten 1500 Kunden! Und die Schweizer Journalisten setzen noch einen drauf: Eine Zufriedenheits-Umfrage unter den ersten Lidl-Kunden - mit Fotos! Sowas muss man sich erstmal trauen. Und schön, dass ausgerechnet die angeblich modernste Hightech-Zeitung das wirklich lokalste Lokale zu mir transportiert! Ist so ein bisschen wie im Urlaub: Zuhause würde man so etwas freiwillig nicht lesen.
Was bleibt? Für morgen ändere ich doch mal die Zusammenstellung meiner Personalnews. Ach ja, und gleich noch ein kurzer Klick zu googlemaps - Zofingen suchen....
Mittwoch, 25.03.2009
Klingt toll: Aus 20 Tageszeitungen kann man sich derzeit im Internet seine individuelle Tageszeitung zusammenstellen. Die Schweizerische Post stellt diese dann zu - virtuell, versteht sich.
Die liberalen Briefzusteller sind auch mächtig stolz auf ihre Projekt, im Folgenden nur noch „PersonalNews“ genannt. Vor der definitiven Markteinführung teste man gemeinsam mit der Höheren Fachschule für Wirtschaft in Aarau (HFW Aarau) die Markttauglichkeit - immerhin im Rahmen einer Diplomarbeit! Die Idee: Aus 20 renommierten nationalen (meint schweizerischen) und internationalen Tageszeitungen - von der „Welt“, über die „Rätselschmiede“, die „Salzburger Nachrichten (aus Stadt und Land)“, die Berliner Morgenpost und - nicht zu vergessen – das Zofinger Tagblatt kann sich der User seine Lieblingsseiten zusammen stellen. Aus der einen wählt er den Wirtschaftsteil, aus der anderen den Sport, Zeitung C liefert das Kreuzworträtsel.
Zur Erstellung der eigenen Tageszeitung werde eine raffinierte Technik angewendet, liest es sich weiter auf personalnews.ch: Per Internet anmelden und einfach auswählen, welche Teile der verfügbaren Zeitungen man haben will. Die Zeitungen ihrerseits liefern ihre Inhalte per PDF an die Schweizerische Post. Dort werden neue PDF-Dateien für jeden einzelnen Abonnenten zusammengestellt und bei der Edubook AG in Merenschwand gedruckt. Und fertig. Bereits am nächsten Morgen liefert die Post das „druckfrische“ Exemplar in die Haushalte, per Mail.
Klingt spannend. Ob es wirklich funktioniert? Werden wir unterhalten und informiert? Wir machen den Test..
Samstag, 21.03.2009
Kurzer Nachtrag: Der foodwatch-Preis für die dreisteste Werbelüge geht an Danone.
Die Leser des Blogs www.abgespeist.de haben den Joguhrt „Actimel“ gewählt, Hersteller Danone erhält den „Goldenen Windbeutel 2009“ für die „dreisteste Werbelüge“. Die Verbraucherorganisation foodwatch wollte den Preis heute in München übergeben - allerdings ohne Erfolg. Danone fand die Aktion gar nicht lecker. Eine Mitarbeiterin des Konzerns verwies die Verbraucherschützer des Firmengeländes und erklärte: „Ich bin hier, um ihnen mitzuteilen, dass wir den Preis nicht annehmen. Von Seiten des Unternehmens steht Ihnen auch niemand zur Verfügung.“
„Ich will keine Werbelüge mehr sein!“
Vom 19. Februar bis zum 19. März 2009 konnten Verbraucher auf www.abgespeist.de ihre Stimme für einen von fünf Kandidaten abgeben, Motto „Ich will keine Werbelüge mehr sein!“ Rund 35.000 Internetuser haben sich beteiligt. 19 Prozent der Verbraucher stimmten für den Kinderdrink Biene Maja von Bauer, der damit auf dem zweiten Platz landete. Knapp dahinter liegt mit 18,2 Prozent der Stimmen das Bertolli Pesto Verde von Unilever. Für das Kindergetränk Frucht-Tiger von Eckes-Granini stimmten 12,5 Prozent, der Gourmet-Genießerkuchen von Bahlsen bekam 3,3 Prozent der Stimmen.
Mehr über den Versuch von foodwatch, den „Goldenen Windbeutel“ an Danone zu übergeben.
Freitag, 20.03.2009
Lesenswert: Adam Soboczynski lüftet im neuen ZEIT Magazin die ganze Wahrheit über die moderne Kommunikation. Ach ja, ist bei Ihnen zufällig eine 3-Zimmer-Wohnung frei?
Eigentlich ist alles über die Vor- und Nachteile, den Irrsinn und die Chancen moderner Kommunikation gesagt und, klar, vor allem geschrieben worden. Adam Soboczynski weiß das. Die Klagen um die Zeit, die der Informationsüberfluss frisst, die Oberflächlichkeit, die sich breit macht. Oder wie ärgerlich die Arbeitsunterbrechungen sind. Doch Soboczynski hat sich einer ganz besonderen Unsitte angenommen: Der „E-Mail an alle“.
Mit dieser „Extremform“ werde der Verlust unserer Hemmschwelle, andere zu belangen, offenbar, stellt er fest. Da suche die Kollegin dringend ihre Benjamin-Blümchen-Tasse, was die gesamte Controlling-Abteilung einen Moment in Schockstarre versetze. Ein anderer biete Udo-Lindenberg-Konzert-Karten an, um zehn Minuten später eine zweite Mail an alle zu senden, in der mitgeteilt wird, dass die Tickets jetzt weg seien. Amüsante Beispiele kennt Soboczynski genug: Jeder kennt Sammel-Mails wie „Die Milch ist schon wieder alle“, oder „Im Foyer steht jetzt Kuchen“. Mir gefällt dieses am besten: „Wer druckt gerade 500 Seiten über Strafrecht in Uruguay am A3-Drucker aus?“
Das schöne an dem sehr lesenswerten Text ist aber, dass Soboczynski weiß, dass es unsinnig wäre, derartige Auswüchse des Mail-Verkehrs zu untersagen. Weil sie längst zum Alltag gehören. Und weil es vielleicht genauso unrealistisch sei, wie der Tipp diverser Ratgeber, seine E-Mails nur zu bestimmten Zeiten zu checken. „Als sei Neugierde eine kontrollierbare Marotte.“ Tja, so ist es eben. Der Rückblick auf die Vorgänger der „E-Mail an alle“, also auf Telefon-Ketten, auf Zettel am Schwarzen Brett oder auf Hausmitteilungen, die von einem „gut gelaunten jungen Mann mit seinem Wägelchen durch die Büroflure“ geschoben wurden, entlockt ein amüsiertes Grinsen.
Und selbst im Sumpf der „E-Mails-an-alle“ (ob mit oder ohne Ausrufezeichen) liegt die Chance, besonders positiv aufzufallen. Weiß jedenfalls Soboczynski. Er bekam schlussendlich die Mail einer Kollegin, die wusste, an welchem Artikel er arbeitete. In der Betreffzeile stand: „Diese Mail ist nur für Sie.“ Wie schön!
Donnerstag, 12.03.2009
Mein Fachbereich der Fachhochschule Düsseldorf hat an dem „13. Junior Agency“-Wettbewerb des GWA teilgenommen und den dritten Platz belegt. Gar nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass es eine bundesweite Ausschreibung ist. Den ersten Platz hat der regionale Ernstrivale Köln abgestaubt, die mit der Hochschule Fresenius an den Start ging, zweiter wurde die Fachhochschule Mainz. Doch wie genau funktioniert das mit dem Wettbewerb?
Jede Hochschule muss eine Kommunikationskampagne entwickeln, jedoch für unterschiedliche Firmen/Produkte. Für wen und was die Hochschule etwas entwickelt wird – so glaube ich – von der Hochschule selbst festgelegt und auch die betreuende Agentur wird selbst akquiriert. Die Studierenden arbeiten nämlich nicht nur mit den ProfessorInnen zusammen, sondern bekommen auch Unterstützung von einer (meist) großen und bekannten Agentur.
Die Hochschule Fresenius in Köln hat mit der GWA-Agentur „Antwerpes“ zusammen ein Kommunikationskonzept für die Sportsalbe „Traumeel“ entwickelt. Leo Burnett half den Studierenden der Fachhochschule Mainz bei der Positionierung des Fiat Scudo Panorama Family. Meine Fachhochschule wurde von Tbwa bei der Kommunikationskampagne für Henkel unterstützt.
Da aber jede Hochschule eine Kommunikationskampagne für unterschiedliche Produkte präsentiert, denke ich, dass die Vergleichbarkeit stark gefährdet ist. Vielleicht lässt eine Sportsalbe mehr Freiraum als ein Sekt – aus kommunikativer Sicht. Hin oder her, die genauen Entscheidungskriterien konnte selbst ich noch nicht erfahren, 2007 soll aber eine Hochschule gewonnen haben (es wird gemunkelt), weil sie ein Tortendiagramm mit Toast-Scheiben dargestellt haben. Drei mal darf man raten, welches Produkt kommuniziert werden musste.
Ich habe an diesem Wettbewerb nicht teilgenommen, da dies erst im 5. Semester (Wintersemester 2009/2010) auf mich zukommt. Ich nehme also am „14. Junior Agency“-Wettbewerb des GWA teil. In der hebräischen Bibel steht übrigens, dass es 14 Frauen gibt, die schön gewesen sein sollen. Gut, oder?
Bernardo
Donnerstag, 05.03.2009
Mahlzeit! Die aktuelle Kampagne der Verbraucherrechts-Organisation foodwatch, die Verleihung des „Goldene Windbeutels“, ist sprachlich eher unappetitlich.
Sie meinen es ja gut: Mit ihrer jüngsten Aktion will foodwatch die miesen Tricks der Lebensmittelhersteller anprangern und bekannter machen. Verbraucher können sich im Internet über die schlimmsten Fälle informieren und abstimmen. Vorgestellt werden Jogurts, die angeblich die Abwehrkräfte steigern, aber eigentlich nur süßer (und teurer) sind. Oder „gesunde Durstlöscher“, die zahnschädigende Citronensäure (E330) und den umstrittenen Süßstoff Aspartam enthalten. Oder vermeintliche Klassiker nach „original italienischer Rezeptur“, die Olivenöl und Pesto aber nur aus der Ferne gesehen haben.
Dass man so etwas nicht macht, ist tatsächlich mehr als mieser Etikettenschwindel. Dafür lohnen sich solche Kampagnen, und dafür kann man auch das überflüssige Gerede von Superköchin Sarah Wiener ertragen. Aber – bitte – warum müssen derartige Ideen immer mit derart dumm-dämlichen Namen versehen werden?
Voten können die Verbraucher auf der Internetseite „abgespeist.de“ – wirklich eine sehr lustige Idee. Noch doller wird es dann beim Preis. Das Unternehmen mit der gröbsten Täuschung erhält den „Goldenen Windbeutel“. Bei so viel Wortwitz beiße ich lieber gleich in die Goldene Zitrone.
Die Online-Abstimmung läuft bis zum 19. März.
Montag, 16.02.2009
Dieser Satz ist doch inzwischen fast schon genauso verbreitet wie „Wohnst Du noch, oder klebst Du schon?“. Die elektronische Post, von der hier die Rede ist, versucht die Bundesregierung nun soweit zu optimieren, dass auch rechtskräftige Geschäfte z.B. mit Ämtern per Mausklick möglich sind. Bisher ist die gute alte E-Mail ja nicht gerade sicher, vor allem kann man eigentlich nie zu 100% sicher sein, welche Person nun wirklich die E-Mail verschickt hat. Es liegt also ein Identifikationsproblem vor. Aber ist das bei der klassischen Post anders?
Das Projekt wird De-Mail genannt und wurde erstmals im November 2008 auf dem IT-Gipfel in Darmstadt von der Bundeskanzlerin Merkel vorgestellt. Mit dem Projekt setzt die Bundesregierung die EU-Richtlinie 2006/123/EG über Dienstleistungen im Binnenmarkt (EU-Dienstleistungsrichtlinie oder Bolkestein-Richtlinie) um, welche verlangt, dass öffentliche Stellen bis 2009 elektronische Kommunikation als verbindliches Medium akzeptieren sollen. De facto heißt es, dass zurzeit das Pilotprojekt läuft und die offizielle Einführung zum 1. Januar 2010 geplant ist.
Was leistet De-Mail denn genau? Die Kernfunktion ist die Gewährleistung der sicheren Übertragung von Daten auf der technischen Basis der weit verbreiteten E-Mail-Technologie. Darüber hinaus gibt es einen Datentresor zum ablegen von sensiblen und meist privaten Daten. De-Mail soll ohne besondere Software funktionieren, sondern stellt einen Webdienst dar, der auch von den an der Umsetzung beteiligten Unternehmen betrieben wird. Für die Nutzung von De-Mail werden voraussichtlich Kosten für den Nutzer z.B. in Form eines E-Porto entstehen, welches die Kosten der Betreibung decken soll.
Aber wer setzt De-Mail zusammen mit der Bundesregierung um? Beteiligt sind unter anderem die Deutsche Telekom, die Deutsche Post und T-Systems. Alles ja sehr erfahrene Unternehmen, vor allem mit Blick auf den Datenschutz. De-Mail wird also neue Sicherheitsstandards bieten. De-Mail soll sich mit einem höheren Sicherheitsgrad von der klassischen E-Mail unterscheiden, ohne aber die vorhandenen technischen Standards zu erweitern. Es werden lediglich bereits bestehende (aber optionale) Sicherheitsfunktionen integriert.
Der Bürger darf dann also demnächst seine wichtigen Dokumente per De-Mail an Ämter oder andere schicken und auf Wunsch sogar auf der Festplatte von den oben genannten Betreibern speichern. Mit einem System, was zusammengeschustert wirkt und unter anderem von Firmen betreut wird, die in der Vergangenheit eklatante Sicherheitslücken im System hatten und dadurch unzählige Daten „verloren“ haben. Es kursierten wohl schon Überlegungen, an behördliche Post den sog. Bundestrojaner anzuhängen, da auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Innenministerium besteht.
Bleibt abzuwarten, wann De-Mail zur Pflicht wird, aber da bekommen wir sicher auch noch Post.