Dienstag, 09.06.2009
Vor Monaten präsentierten Raban Ruddigkeit und Jan Peter die Idee ihrer neuen Zeitschrift. Wir finden das Projekt spannend, warten allerdings immer noch auf Antworten.
Es ist eigentlich klasse, was der Berliner Designer Raban Ruddigkeit und der Regisseur Jan Peter da vorhaben. Sie wollen, "obwohl es schon jetzt jede Menge hervorragender Artikel, Analysen, Reportagen und Essays in all diesen Printmedien gibt", ein neues Magazin auf den Markt bringen. Und weil die Idee so gut ist und es "die besten Texte versammeln, sich gegenseitig ergänzen und Ihnen damit kostbare Zeit sparen" soll, sprechen die Chefdenker vom "Magazin der Magazine" – und nennen es "Mgzn".

Funktionieren soll es so: Aus mehr als 50 deutschsprachigen Wochenzeitungen, Zeitschriften, Monatsheften und Magazinen sollen die besten Texte präsentiert werden, ein Beirat renommierter Journalisten wird diese herausfiltern. Ruddigkeit und Team wollen diese Texte dann "neu arrangieren, in überraschende Zusammenhänge stellen und – ganz besonders gestalten." Geplant ist ein exklusives Format auf hochwertigem Papier, Illustration.
Kosten soll das Ganze 19,80 Euro, wenn 1.000 Bestellungen eingegangen sind, wird das Projekt gestartet.
Im März guckte ich das erste Mal auf mgzin.de – seitdem sind scheinbar noch keine 1.000 Bestellungen eingegangen, denn der Stand ist unverändert. Im Blog wird locker diskutiert, aber kaum über Fragen, die ich habe. Etwa "Wie soll das aus rechtlicher Sicht funktionieren?", "Wer sitzt in dem renommierten Journalisten-Beirat?" und vor allem "Bekommen die Autoren von euch dann auch ein Honorar?"
Ich schickte Herrn Ruddigkeit also eine Mail. Eine Antwort bekam ich nicht. Also schrieb ich noch eine Mail.
Ok, es kam wieder keine Antwort. Also habe ich einfach mal ein bisschen gewartet und heute im mgzin-Blog gestöbert. Hier schreibt Ruddigkeit nun:
"Wir sehen uns nicht als kommerzielle Konkurrenz zu Verlagen, sondern als ein hochwertiges Produkt, um Print für VERLAGE und AUTOREN zu feiern." Aha!?
Bei der ganzen Feierei bleibt dennoch weiter die Frage: Wer bezahlt die Autoren?
Hierzu findet sich eine Antwort im v.i.s.d.p.-interview mit Jan Peter: "Das ist je nach Autorenvertrag unterschiedlich – uns wäre es am liebsten, ein Honorar an die Autoren zu zahlen. Wo immer das geht, werden wir das auch machen."
Dann bleibt nur zu hoffen, dass das immer geht. Ansonsten wäre das "Mgzn" keine wirkliche Verbesserung. Schlecht bezahlt sind die meisten freien Journalisten nämlich schon an vielen anderen Stellen.
Freitag, 03.04.2009
Spannende Ausgabe heute: Die Zeitung der Zukunft gefällt mit interessanten Geschichten. Zum Lesen bleibt dennoch keine Zeit.
Heute habe ich einen guten Tag erwischt: Die Berliner Zeitung berichtet vom Marsfahrt-Test aus Moskau und trainiert mit den Männern des GSG 9, die Washington Post schreibt über Webphotos, Proteste in Paris und die Klimapolitik der USA. Alles spannende Themen, aber - gleiches Spiel wie gestern: Ich scrolle durch die Webzeitung, überlege, welchen Artikel ich zuerst lese - und schon ertönt das "Sie-haben-Post"-Signal. Ich warte auf eine Mail, also gucke ich schnell in den Posteingang. Die Mail ist da, ich beginne mit der Arbeit. Die Zeitung - vergessen. Eine halbe Stunde später fällt es mir wieder ein - doch nun habe ich erst Recht keine Zeit mehr.
Wie es wohl den anderen Zeitungstestern ergeht? Werden auch sie im Lesefluss gestört, weil sie an ihren Rechnern sitzen, verbunden mit dem Netz voller "Unterhaltungen", die ständig unsere Aufmerksamkeit verlangen? Oder ist es nur eine Frage der Disziplin, auch am Rechner seine Morgenzeitung zu lesen?
Bald werde ich wissen, wie es den anderen 1.200 Testlesern ergangen ist. Die Schweizer Post hat, wie sie in einer freundlichen Mail mitteilt, nun mit der nächsten Phase begonnen: Die Evaluierung beginnt:
"Sie werden in den nächsten zwei Wochen informiert, wie Sie weiterhin vom Angebot profitieren können. Bis dahin werden Sie «PersonalNews» in elektronischer Form weiterhin kostenlos erhalten."
Na prima. Bis dahin trainiere ich mal fröhlich weiter.
Mittwoch, 01.04.2009
Das klappt schon besser: Die Mischung meiner Zeitung stimmt, komisch ist es irgendwie trotzdem.
Nach dem sehr lokalen Start meiner Test-Zeitung der Schweizerischen Post kommt das neuste Exemplar nun mit meiner geänderten Zusammenstellung ins Haus. Ein bisschen Panorama und Wissen von der Berliner Zeitung, ein bisschen Internationales von der Washington Post. In Berlin geht es um neue Stents und um die alljährliche Feldhasen-Statistik. In Washington um Mord, Tod und Sühne. Mmmh. Langweilig.

Wirklich gelesen habe ich nicht einen Artikel, bin einfach nur durchgescrollt. Irgendwie fehlte mir auch die Zeit, schon landeten die nächsten Mails im Eingang. Also mal eben sehen, was da für Post gekommen ist...und schon war die PersonalNews aus meinem Blick verschwunden. Sagt das was über die Bedeutung?
Mal sehen, vielleicht lag es ja echt nur an den Themen des Tages. Morgen kommt ja das nächste Exemplar. Ich teste weiter.
Montag, 30.03.2009
Fragen über Fragen: Das lieben Suchmaschinen, denn sie sind zum Finden da. Manche sind fleißiger als andere, manche liefern weniger, aber wertvollere Ergebnisse.
Die Anzahl an Suchmaschinen im Internet World Wide Web ist unbekannt und vielleicht auch nur mit unendlich viel Zeit zu benennen. Aber die Nr. 1 ist Google, doch wird sie es bleiben? Schon oft wurden „Google-Killer“ angekündigt, so wie Cuil im vergangenen Jahr. Vergeblich. Was muss passieren, damit Google ernstzunehmende Konkurrenz bekommt?
Der Erfinder von „Mathematica“, dem Programm für alle, die ernsthaft mit Mathematik und Physik zu tun haben, Stephen Wolfram, hat sich der Herausforderung angenommen. Seit 10 Jahren arbeitet er mit rund 100 Mitarbeitern an der Suchmaschine auf wirklich gestellte Fragen. Ziel ist es, nicht nur ein paar Links auszuspucken, unter denen die Antwort vielleicht zu finden sein könnte, sondern eine konkrete, ausführliche und vor allem wissenschaftlich fundierte Antwort.
Dafür haben die Mitarbeiter ohne Ende Quellen verifiziert, auf die sich die Antwortmaschine „Wolfram Alpha“ bezieht. Es handelt sich nicht um eine Such- bzw. Findmaschine, sondern um eine Antwortmaschine. Das ist vielleicht die erste Maschine, die auf individuelle Fragen konkret antworten kann.
Allerdings hat Google dann immer noch eine klare Berechtigung, denn nicht alle suchen nach einer Antwort auf eine konkrete Frage, sondern nach Seiten, Dateien oder was auch immer. Ab Mai soll Wolfram Alpha dann endlich veröffentlicht werden, wer aber vorher schon mal versuchen möchte, einen Blick auf die neue Mega-Machine zu werfen, kann sich auf www.wolframalpha.de für die „Beta“ anmelden.
Gespannt bin ich auf die Frage nach dem Sinn des Lebens...
Donnerstag, 26.03.2009
Uups - irgendwie die falsche Zusammenstellung erwischt. Die Zeitung der Zukunft kommt, mit News aus dem Schrebergarten.
Pünktlich zum Arbeitsbeginn liegt die erste Mail der schweizerischen Post im Mail-Eingang. Ordentliche Begrüßung, dann eine Seite "Die Welt" (mit Wetter, natürlich schlecht) und dann - Neues vom "Zofinger Tagblatt", direkt aus der Sektion "Region". Nach dem ersten Schrecken - da habe ich mich wohl beim Auswählen der verfügbaren Titel vertan, ich wollte doch die Washington Post – gleich die nächste Frage: Wo ist Zofingen?

Der Blick in die regionalen Seiten hilft nicht weiter. Ich erfahre, dass 70 Pächter am Eisengrubenweg ihre Kündigung erhalten haben - rühriges Foto, echt ein Skandal! Spannend geht es weiter, Seite 41, in Rothrist (wo ist das nun wieder?) wurde ein neuer Lidl-Markt eröffnet: Eine Rose für die ersten 1500 Kunden! Und die Schweizer Journalisten setzen noch einen drauf: Eine Zufriedenheits-Umfrage unter den ersten Lidl-Kunden - mit Fotos! Sowas muss man sich erstmal trauen. Und schön, dass ausgerechnet die angeblich modernste Hightech-Zeitung das wirklich lokalste Lokale zu mir transportiert! Ist so ein bisschen wie im Urlaub: Zuhause würde man so etwas freiwillig nicht lesen.
Was bleibt? Für morgen ändere ich doch mal die Zusammenstellung meiner Personalnews. Ach ja, und gleich noch ein kurzer Klick zu googlemaps - Zofingen suchen....
Mittwoch, 25.03.2009
Klingt toll: Aus 20 Tageszeitungen kann man sich derzeit im Internet seine individuelle Tageszeitung zusammenstellen. Die Schweizerische Post stellt diese dann zu - virtuell, versteht sich.
Die liberalen Briefzusteller sind auch mächtig stolz auf ihre Projekt, im Folgenden nur noch „PersonalNews“ genannt. Vor der definitiven Markteinführung teste man gemeinsam mit der Höheren Fachschule für Wirtschaft in Aarau (HFW Aarau) die Markttauglichkeit - immerhin im Rahmen einer Diplomarbeit! Die Idee: Aus 20 renommierten nationalen (meint schweizerischen) und internationalen Tageszeitungen - von der „Welt“, über die „Rätselschmiede“, die „Salzburger Nachrichten (aus Stadt und Land)“, die Berliner Morgenpost und - nicht zu vergessen – das Zofinger Tagblatt kann sich der User seine Lieblingsseiten zusammen stellen. Aus der einen wählt er den Wirtschaftsteil, aus der anderen den Sport, Zeitung C liefert das Kreuzworträtsel.
Zur Erstellung der eigenen Tageszeitung werde eine raffinierte Technik angewendet, liest es sich weiter auf personalnews.ch: Per Internet anmelden und einfach auswählen, welche Teile der verfügbaren Zeitungen man haben will. Die Zeitungen ihrerseits liefern ihre Inhalte per PDF an die Schweizerische Post. Dort werden neue PDF-Dateien für jeden einzelnen Abonnenten zusammengestellt und bei der Edubook AG in Merenschwand gedruckt. Und fertig. Bereits am nächsten Morgen liefert die Post das „druckfrische“ Exemplar in die Haushalte, per Mail.
Klingt spannend. Ob es wirklich funktioniert? Werden wir unterhalten und informiert? Wir machen den Test..
Samstag, 21.03.2009
Kurzer Nachtrag: Der foodwatch-Preis für die dreisteste Werbelüge geht an Danone.
Die Leser des Blogs www.abgespeist.de haben den Joguhrt „Actimel“ gewählt, Hersteller Danone erhält den „Goldenen Windbeutel 2009“ für die „dreisteste Werbelüge“. Die Verbraucherorganisation foodwatch wollte den Preis heute in München übergeben - allerdings ohne Erfolg. Danone fand die Aktion gar nicht lecker. Eine Mitarbeiterin des Konzerns verwies die Verbraucherschützer des Firmengeländes und erklärte: „Ich bin hier, um ihnen mitzuteilen, dass wir den Preis nicht annehmen. Von Seiten des Unternehmens steht Ihnen auch niemand zur Verfügung.“
„Ich will keine Werbelüge mehr sein!“
Vom 19. Februar bis zum 19. März 2009 konnten Verbraucher auf www.abgespeist.de ihre Stimme für einen von fünf Kandidaten abgeben, Motto „Ich will keine Werbelüge mehr sein!“ Rund 35.000 Internetuser haben sich beteiligt. 19 Prozent der Verbraucher stimmten für den Kinderdrink Biene Maja von Bauer, der damit auf dem zweiten Platz landete. Knapp dahinter liegt mit 18,2 Prozent der Stimmen das Bertolli Pesto Verde von Unilever. Für das Kindergetränk Frucht-Tiger von Eckes-Granini stimmten 12,5 Prozent, der Gourmet-Genießerkuchen von Bahlsen bekam 3,3 Prozent der Stimmen.
Mehr über den Versuch von foodwatch, den „Goldenen Windbeutel“ an Danone zu übergeben.
Freitag, 20.03.2009
Lesenswert: Adam Soboczynski lüftet im neuen ZEIT Magazin die ganze Wahrheit über die moderne Kommunikation. Ach ja, ist bei Ihnen zufällig eine 3-Zimmer-Wohnung frei?
Eigentlich ist alles über die Vor- und Nachteile, den Irrsinn und die Chancen moderner Kommunikation gesagt und, klar, vor allem geschrieben worden. Adam Soboczynski weiß das. Die Klagen um die Zeit, die der Informationsüberfluss frisst, die Oberflächlichkeit, die sich breit macht. Oder wie ärgerlich die Arbeitsunterbrechungen sind. Doch Soboczynski hat sich einer ganz besonderen Unsitte angenommen: Der „E-Mail an alle“.
Mit dieser „Extremform“ werde der Verlust unserer Hemmschwelle, andere zu belangen, offenbar, stellt er fest. Da suche die Kollegin dringend ihre Benjamin-Blümchen-Tasse, was die gesamte Controlling-Abteilung einen Moment in Schockstarre versetze. Ein anderer biete Udo-Lindenberg-Konzert-Karten an, um zehn Minuten später eine zweite Mail an alle zu senden, in der mitgeteilt wird, dass die Tickets jetzt weg seien. Amüsante Beispiele kennt Soboczynski genug: Jeder kennt Sammel-Mails wie „Die Milch ist schon wieder alle“, oder „Im Foyer steht jetzt Kuchen“. Mir gefällt dieses am besten: „Wer druckt gerade 500 Seiten über Strafrecht in Uruguay am A3-Drucker aus?“
Das schöne an dem sehr lesenswerten Text ist aber, dass Soboczynski weiß, dass es unsinnig wäre, derartige Auswüchse des Mail-Verkehrs zu untersagen. Weil sie längst zum Alltag gehören. Und weil es vielleicht genauso unrealistisch sei, wie der Tipp diverser Ratgeber, seine E-Mails nur zu bestimmten Zeiten zu checken. „Als sei Neugierde eine kontrollierbare Marotte.“ Tja, so ist es eben. Der Rückblick auf die Vorgänger der „E-Mail an alle“, also auf Telefon-Ketten, auf Zettel am Schwarzen Brett oder auf Hausmitteilungen, die von einem „gut gelaunten jungen Mann mit seinem Wägelchen durch die Büroflure“ geschoben wurden, entlockt ein amüsiertes Grinsen.
Und selbst im Sumpf der „E-Mails-an-alle“ (ob mit oder ohne Ausrufezeichen) liegt die Chance, besonders positiv aufzufallen. Weiß jedenfalls Soboczynski. Er bekam schlussendlich die Mail einer Kollegin, die wusste, an welchem Artikel er arbeitete. In der Betreffzeile stand: „Diese Mail ist nur für Sie.“ Wie schön!
Donnerstag, 05.03.2009
Mahlzeit! Die aktuelle Kampagne der Verbraucherrechts-Organisation foodwatch, die Verleihung des „Goldene Windbeutels“, ist sprachlich eher unappetitlich.
Sie meinen es ja gut: Mit ihrer jüngsten Aktion will foodwatch die miesen Tricks der Lebensmittelhersteller anprangern und bekannter machen. Verbraucher können sich im Internet über die schlimmsten Fälle informieren und abstimmen. Vorgestellt werden Jogurts, die angeblich die Abwehrkräfte steigern, aber eigentlich nur süßer (und teurer) sind. Oder „gesunde Durstlöscher“, die zahnschädigende Citronensäure (E330) und den umstrittenen Süßstoff Aspartam enthalten. Oder vermeintliche Klassiker nach „original italienischer Rezeptur“, die Olivenöl und Pesto aber nur aus der Ferne gesehen haben.
Dass man so etwas nicht macht, ist tatsächlich mehr als mieser Etikettenschwindel. Dafür lohnen sich solche Kampagnen, und dafür kann man auch das überflüssige Gerede von Superköchin Sarah Wiener ertragen. Aber – bitte – warum müssen derartige Ideen immer mit derart dumm-dämlichen Namen versehen werden?
Voten können die Verbraucher auf der Internetseite „abgespeist.de“ – wirklich eine sehr lustige Idee. Noch doller wird es dann beim Preis. Das Unternehmen mit der gröbsten Täuschung erhält den „Goldenen Windbeutel“. Bei so viel Wortwitz beiße ich lieber gleich in die Goldene Zitrone.
Die Online-Abstimmung läuft bis zum 19. März.
Montag, 12.01.2009
Begrupt die Empfehlung!
Trotz Finanzkrise: Es herrscht Goldgräberstimmung in der Internetszene. Smallnah sucht nun dringend Mitarbeiter, um ihre Geschwindigkeitserhohung zu steigern.
Es lohnt sich: Sie müssen nix können, erforederlich ist nur Strenge zu sich selbst, Kontaktfreude und die Gelegenheit zum Vereinigen. Dafür gibt es 2000 Euro im Monat und Geschafts-Anteile. Interessiert? Ich möchte euch diese wunderbare Stellenausschreibung nicht vorenthalten.
Von: smallnah@googlemail.com
Betreff: Neue Stellenausschreibung
Datum: 11. Januar 2009 12:47:49 MEZ
An: Nils Kuhrt
Finanzvertreter der Gesellschaft
Zur Zeit stellen wir die Mitarbeiter in unsere Gesellschaft ein, um die Bedienungsqualitat und die Geschwindigkeitserhohung der Auftragsbearbeitung zu steigern. Es ist nicht wichtig, als was Sie arbeiteten oder zur Zeit arbeiten, wenn Sie eine Gelegenheit zum Vereinigen haben, wenn Sie kontaktfreudig, verantwortlich und streng zu sich selbst sind, haben Sie eine wunderbare Gelegenheit, unser Mitarbeiter zu werden und ein hohes Einkommen zu bekommen. Heute stellen wir besondere Forderungen an unsere Mitarbeiter, denn Sie reprasentieren das Image der Gesellschaft.
Gehalt: 2000 Euro pro Monat + 5% von jedem Geschaft
Aufgaben: Zahlungserhalt von Kunden, Abrechnungslegung für die Zeitraume, zur Erreichung der finanziellen Ziele der Gesellschaft beizutragen.
Anforderungen: Alter von 21 Jahren, Erfahrung bei der Arbeit mit Menschen, Dokumenten, Erfahrung bei der Verwaltungsarbeit, der erfahrene PC-Benutzer, ein standiger Zugang zum Internet fur die Arbeit durch Internet, Vorhandensein von mindestens 3 Freistunden pro Tag, Vorhandensein der Empfehlungen (werden begrubt).
Zusammenfassung senden Sie an die E-Mail: ress.position3@googlemail.com
Sonntag, 16.11.2008
Globalisierung und moderne Medien hin oder her – die Standortfrage ist für Unternehmen aktueller den je, befindet Christoph Glauner in seiner Dissertation mit dem schönen Titel "Räumliche Standortstruktur der Werbebranche in Deutschland: Kreative Cluster in Global Cities". Oder einfacher formuliert: Welche Stadt ist Deutschlands Werbehochburg?
Auch 300 Seiten analysiert Glauner die bundesweite Kreativlandkarte und kommt zu aufschlussreichen Schlüssen. Zum Beispiel: Fast die Hälfte der 200 größten deutschen Werbeunternehmen haben ihren Hauptsitz in einer der fünf Städte Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Berlin. Oder wussten Sie, dass Düsseldorf nach wie vor die höchste Konzentration an Werbeakteuren vorweist und die Summe der von Düsseldorfer Werbeagenturen erzielten Umsätze doppelt so hoch ist wie die in Hamburg?
Düsseldorf gilt als Werbehochburg der 1970er Jahre, wurde in den 90er Jahren erst einmal unwichtig um jetzt wieder interessanter zu werden. Als „heiße“ Kreativhauptstadt gelten aber eher Hamburg und Berlin, wobei Berlin Hamburg zunehmend unter Druck setzt. Über Frankfurt und München wollen wir an dieser Stelle gar nicht reden.
Was nun aber die Kreativhauptstadt ist, weiß auch Glauner nicht zu beantworten. Er zieht sich mit einem salomonischen Vergleich aus der Affäre: Letztlich könne sich Deutschland – im Gegensatz zu fast allen anderen Ländern (Großbritannien, Frankreich) – mehrere Werbehauptstädte leisten. Wie schön, dann bleiben wir eben hier.
Montag, 03.11.2008
Irgendwie scheinen gesetzte Werber wie Journalisten ein Problem mit der Leichtigkeit des medialen Fortschritts zu haben. Ausgerechnet! War es einst Jean-Remy von Matt, der Blogs als die Toilettenwände des Internets beschimpfte, haut jetzt Richard Wagner in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung weiter in diese Kerbe.
Ein Publizist sei ein arbeitsloser Journalist, ein Blogger ein arbeitsloser Publizist. Starker Tobak. Netter wird es nicht. Portale oder Blogs seien für hermetische Communities gemacht, deren Abschottung schnell bis in die pathologischen Tiefenebenen des Sektiererischen reiche. Klingt so ein bisschen nach einem kleinen Jungen, der nicht mitspielen dürfte.
Und Richard Wagner setzt noch einen drauf: Die Begeisterung fürs vielstimmige Internet als kraftvolle Quelle demokratischer Lebendigkeit sei geradezu bizarr. Und Blogger arbeitsweltliche Asoziale. Hallo? Herr Wagner hatte wohl bisher wenig Spaß in seinem Leben. Oder hat er etwa Angst um seine gedruckte Sonntags-Community, deren eigener großer Web 2.0-Einstieg sang- und klanglos unterging? Eine unbewusste Verdrängungs-Denke wäre jedenfalls reichlich albern. Auch Bücher wird es weiterhin geben. Und auch die liest man gern auf dem Klo.
Freitag, 24.10.2008
Wir haben es schon immer gewusst: Die Nutzung des Internets stimuliert das Gehirn und erhöht unsere kognitiven Fähigkeiten.
Neurowissenschaftler Gary Small von der University of California, Los Angeles (UCLA) hat in einer Studie Menschen im Alter zwischen 55 und 76 Jahren abwechselnd Bücher lesen und im Web surfen lassen – ihre Gehirnaktivität wurde dabei mittels bildgebender Verfahren gescannt.
Die Testpersonen hatten das gleiche Bildungsniveau, nur ihre Internetkenntnisse waren unterschiedlich: Die eine Gruppe bestand aus erfahrenen Usern, die andere aus Netz-Neulingen. Es stellte sich heraus, dass Personen mit Internet-Erfahrung eine höhere Gehirnaktivität im Bereich der Entscheidungsfindung aufwiesen, wie auch in dem Areal, das für das argumentative Denken zuständig ist.
Eine einfache, alltägliche Aufgabe wie die Suche im Internet erhöhe die Gehirnaktivität bei älteren Erwachsenen, das zeige, dass unsere Gehirne empfindlicher seien als bislang angenommen und wir weiterhin lernen können, wenn wir älter werden, so die Schlussfolgerung der Autoren.
Montag, 15.09.2008
In „Deutsche Botschaft“ hat er den randseitigen Begebenheiten unseres Landes nachgespürt. Nun hat sich Fotograf Manuel Schroeder, mit dem wir immer wieder gern zusammen arbeiten, einem besonders bewegenden Thema angenommen: Fußball. Das Kunstprojekt „off-playground“ zeigt im Deutschen Sport- und Olympiamuseum noch bis zum 26.10.08 Bilder des Straßenfußballs in den Randbezirken deutscher Großstädte. Quer durch Deutschland begleitete Schröder die meist spontan organisierten Fußballspiele von Jugendlichen und Kindern in ihren selbst erschaffenen Spielräumen inmitten von Wohnsiedlungen, Autobahnkreuzen und Metallkäfigen ohne den Luxus des gepflegten grünen Rasens.
Die fotografischen Kunstwerke zeigen stille und bewegte Momente aus der Welt des Fußballs abseits von Medienglanz und Werbebannern. Die Bilder verdeutlichen die authentische Ernsthaftigkeit und Leidenschaft der jungen Spieler im kreativen Umgang mit den meist wenig einladenden Orten.

Die Arbeiten des Fotografen Manuel Schroeder konzentrieren sich auf signifikante Themen, Facetten und Befindlichkeiten des urbanen Lebens in den städtischen Lebens- und Arbeitsräumen in Deutschland. Die fotografischen Werke beziehen darstellerische Position zu subtilen Botschaften, Relationen und Konflikten in der selbst erschaffenen und konstruierten Welt des Menschen. Die Bildszenen stellen den sozialen und architektonischen Kontext in Bezug zu künstlerischer Wahrnehmung des jeweils komplexen Augenblickes.
19. Internationale Photoszene Köln 2008
Deutsches Sport- und Olympiamuseum, Vernissage mit Matinee am Montag, den 22.09.2008 um 19 Uhr
Sonntag, 07.09.2008
Das war zu erwarten. Kaum fordert das Europäische Parlament, „diskriminierende Botschaften auf der Grundlage von Geschlechterklischees“ in der Werbung zu verbieten, da machen sich die üblichen schlauen Kommentatoren der Welt, (Mielke murrt) über das Thema her. Wenig kreativ beweinen sie das Ende der liebenden Nimm2-Mütter, der Miracoli-Familie (Off the record) oder schlagen zur Beruhigung vor, zur Abwechslung einfach mal den Marlboro-Mann zu Frau Tilly zu schicken. Sie baden gerade ihre starken Männerhände drin? Sehr lustig. Amüsant auch der Verschlag, Spots ab sofort mit einem Abbinder zu versehen: „Diese Hausfrau ist auch berufstätig”.
Macht den Herren die Vorstellung, TV-Werbung könnte demnächst ohne die vorausplanende Toffifee-Mutter auskommen, vielleicht Angst? Wohl wissend der Tatsache, dass Kommunikation Realität nicht nur abbildet, sondern in großen Teilen auch beeinflusst, müsste Man sich schließlich, würde er der Abschaffung der werblichen Rollenklischees zustimmen, auch im wirklichen Leben davon verabschieden, sich insgeheim die ewige perfekte Mama zu Hause zu wünschen. Und endlich mal kreativ nach Alternativen suchen.
Schon zetern die Herren, der Entwurf der schwedischen Europa-Abgeordneten Eva-Britt Svennsson und ihrer Kolleginnen fordere unter dem Strickmantel der Gleichberechtigung die Zensur - hallo? Zensur, weil frau nicht mehr sehen will, dass ihre Kinder nur glücklich sind, wenn die Wäsche weiß, der Kühlschrank voll und das Essen pünktlich dampfend auf dem Tisch steht? Weil wir mal etwas hören wollen, das über die korrekte Anwendung von Cellulitecreme hinausgeht?
Die Forderungen des Frauenausschusses sind sicherlich überambitioniert, aber vielleicht müssen sie das auch sein. Nur weil Frauen sich dagegen wehren, entweder als erotisches Schmuckbild durch Sekt- und Cocktailreklamen zu torkeln oder wahlweise strahlend in (Wasch-)Küchen zu stehen, heißt das im Umkehrschluss nicht, dass ab sofort zwittrige Regenwürmer und Lungenschnecken Spülmittel bewerben müssen. Aber eine andere Lösung fällt den Herren scheinbar nicht ein.
Dabei wollen wir doch eigentlich nur mal was Neues. Dass die Werber in der Jetzt-Zeit ankommen. Persil-Weiß war gestern. Aber wer das fordert, ist auch heutzutage gleich die hysterische Emanze oder, netter formuliert, eine verklemmte Intellektuelle. Und das bleibt das eigentliche Problem.
Nicola
Montag, 25.08.2008
Nur noch ein paar Tage, dann wählt Düsseldorf seinen neuen Oberbürgermeister. Zeit, sich einmal die Anzeigen und Wahlplakate der einzelnen Kandidaten anzusehen.
Ein besonders trauriger Fall: Das Wahlplakat der „Freien Wähler“. Was die Verteilungs-Quote anbelangt, sind die Freien ganz vorn mit dabei. Kaum ein Laternenpfahl, an dem keiner dieser weiß-rosa-farbenen Waschzettel baumelt. Was Gestaltung und Umsetzung anbelangt: Unterirdisch! Reden wir nicht drüber.
Nur ein paar Worte noch zum Slogan: „Kirchner kann’s!“ Die Alliteration erfreut sich in diesem Wahlkampf ja besonderer Beliebtheit, schon das Team der SPD-Kandidatin („Kortmann kommt“) griff zu diesem seit der Antike gern genutzten Stilmittel. Der Wähler ist verwirrt und weiß nicht mehr so recht: Kommt Kirchner, kann es Kortmann? Oder kann es Kirchner und Kortmann kann es nicht? Wer könnte zuerst kommen und wer kommt zu spät? Und warum hat Klaus Kirchner (schon wieder eine Alliteration?) kein Apostroph am „kann’s“ sondern ein Cedille nach dem „n“?
Wir wissen es nicht. Kann Klaus Kirchner das vielleicht klären?
Mittwoch, 13.08.2008
Nur noch ein paar Tage, dann wählt Düsseldorf seinen neuen Oberbürgermeister. Zeit, sich einmal die Anzeigen und Wahlplakate der einzelnen Kandidaten anzusehen.
Sie haben es zumindest versucht. Wahrscheinlich sollte die Kampagne für Karin Kortmann, die für die SPD und Bündnis 90 / Die Grünen antritt, frisch, jung und freundlich wirken. Die Kandidatin wurde daher sehr nett fotografiert, auf abgestandene Slogans wie bei manch anderem Kandidaten haben die Werbegenossen verzichtet. Leider entschieden sich die Werber dann aber mit „Düsseldorf freu Dich!“ (warum eigentlich mit großem „D“?) für einen unlogischen, uninspirierten und uneffektiven Claim. Wir stellen fest:
Eine Stadt kann sich nicht freuen.

Das lächelnde „Ü“ ist zwar sehr süß, wir kennen es aber irgendwie noch von der TUI und auch von unserer Apotheke an der Ecke.
Den Wähler zu duzen ist eigentlich eine nette Idee, erinnert im Gesamten aber doch stark an die Kommunikation eines bekannten schwedischen Möbelhauses. Die längst abgestandene „Überlegst du noch oder wählst du schon?“- Tonalität wird dann nur noch von der wahnsinnig einfallsreichen Alliteration „Kortmann Kommt!“ gesteigert. Naja.
Fazit: Wir gehen erstmal zu IKEA, ein paar neue Lampen kaufen.
Montag, 11.08.2008
Wir fragen uns, warum hat das niemand verhindert? Warum durfte CDU-Kanditdat Dirk Elbers seine Wahlplakate selber zusammenkleben? Anders kann es jedenfalls nicht sein.
Naiv, bieder und uninspiriert wurden alle gängigen Motive und Slogans zusammengerührt. Elbers mit einer Gruppe Senioren, unmotiviert wandert man durch die Gegend. Elbers im schlecht sitzenden aber eben leger wirkenden Polo-Shirt vor den klassischen Jubel-Jugendlichen auf dem Fußball-Platz. Aufregender Slogan „Mit Kampfgeist und Fairplay. Für Düsseldorf!“
Schlimmste Entgleisung: Elbers vor der Düsseldorfer Skyline. Nicht nur, dass diese Kombi an Langeweile nicht mehr zu übertreffen ist, auch die Bildmontage ist so schlecht, dass es selbst die wandernden Senioren ohne Brille bemerken werden.
An Geldmangel kann es eigentlich nicht liegen, dass Elbers seine Kampagne im heimischen Hobby-Keller entwerfen müsste. Wer vermögende Düsseldorfer Immobilien-Händler auf seiner Seite hat, die dem Kandidaten zu Ehren sogar Wahlkampf-Spenden-Parties veranstalten, kann eigentlich auch Menschen beauftragen, die wissen, wie man Werbung macht.
Besonders schlimm: Wahrscheinlich ist hier jemand derart siegessicher, dass man in der Kampagne nur eine lästige Pflichterfüllung sieht, und dem Ganzen keinen besonderen Wert beimisst.

Wir finden: Das sieht man! Wer den Satz „Mit Leidenschaft. Für Düsseldorf!“ unter derart biedere Wahlkampf-Plakate schreibt, sollte eigentlich gar nicht antreten dürfen.