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News aus der Agentur

Was ist eigentlich aus "Mgzn" geworden?

Dienstag, 09.06.2009

Vor Monaten präsentierten Raban Ruddigkeit und Jan Peter die Idee ihrer neuen Zeitschrift. Wir finden das Projekt spannend, warten allerdings immer noch auf Antworten.

Es ist eigentlich klasse, was der Berliner Designer Raban Ruddigkeit und der Regisseur Jan Peter da vorhaben. Sie wollen, "obwohl es schon jetzt jede Menge hervorragender Artikel, Analysen, Reportagen und Essays in all diesen Printmedien gibt", ein neues Magazin auf den Markt bringen. Und weil die Idee so gut ist und es "die besten Texte versammeln, sich gegenseitig ergänzen und Ihnen damit kostbare Zeit sparen" soll, sprechen die Chefdenker vom "Magazin der Magazine" – und nennen es "Mgzn".

Funktionieren soll es so: Aus mehr als 50 deutschsprachigen Wochenzeitungen, Zeitschriften, Monatsheften und Magazinen sollen die besten Texte präsentiert werden, ein Beirat renommierter Journalisten wird diese herausfiltern. Ruddigkeit und Team wollen diese Texte dann "neu arrangieren, in überraschende Zusammenhänge stellen und – ganz besonders gestalten." Geplant ist ein exklusives Format auf hochwertigem Papier, Illustration.

Kosten soll das Ganze 19,80 Euro, wenn 1.000 Bestellungen eingegangen sind, wird das Projekt gestartet.

Im März guckte ich das erste Mal auf mgzin.de – seitdem sind scheinbar noch keine 1.000 Bestellungen eingegangen, denn der Stand ist unverändert. Im Blog wird locker diskutiert, aber kaum über Fragen, die ich habe. Etwa "Wie soll das aus rechtlicher Sicht funktionieren?", "Wer sitzt in dem renommierten Journalisten-Beirat?" und vor allem "Bekommen die Autoren von euch dann auch ein Honorar?"

Ich schickte Herrn Ruddigkeit also eine Mail. Eine Antwort bekam ich nicht. Also schrieb ich noch eine Mail.

Ok, es kam wieder keine Antwort. Also habe ich einfach mal ein bisschen gewartet und heute im mgzin-Blog gestöbert. Hier schreibt Ruddigkeit nun:
"Wir sehen uns nicht als kommerzielle Konkurrenz zu Verlagen, sondern als ein hochwertiges Produkt, um Print für VERLAGE und AUTOREN zu feiern." Aha!?

Bei der ganzen Feierei bleibt dennoch weiter die Frage: Wer bezahlt die Autoren?

Hierzu findet sich eine Antwort im  v.i.s.d.p.-interview mit Jan Peter: "Das ist je nach Autorenvertrag unterschiedlich – uns wäre es am liebsten, ein Honorar an die Autoren zu zahlen. Wo immer das geht, werden wir das auch machen."

Dann bleibt nur zu hoffen, dass das immer geht. Ansonsten wäre das "Mgzn" keine wirkliche Verbesserung. Schlecht bezahlt sind die meisten freien Journalisten nämlich schon an vielen anderen Stellen.